Das Jüngste Gericht, Michelangelo

Das Jüngste Gericht
Zentral über dem Altar der Sixtinischen Kapelle in Rom befindet sich das Meisterwerk des Michelangelo, „Das Jüngste Gericht“, atemberaubend in Größe, Vielfalt und Farben. Es zeigt das Ende der Welt und das darauf folgende jüngste Gericht und Michelangelo zeigt die Figuren ohne Rang und Hierarchie und lässt sie gleich Jesus vor ihm erscheinen. Von Christus gehen die Figuren aus, er bildet den zentralen Punkt der Malerei, die sich auf 200 m² befindet. Die Geretteten befinden sich in einem Lichtermeer, voller Freude, die Gerichteten hingegen in düsteren Farben in der Unterwelt.

Das Gemälde war Anlass zu zahlreichen Diskussionen und Ärgernissen, das Michelangelo die teilweise überlebensgroßen Figuren nackt malte und den Wohlhabenden so alle Wichtigkeit genommen wurde. Ganz anders als seine vorherigen Arbeiten und auch dem Rest der Kapelle, die er ebenfalls malte, war das „Jüngste Gericht“ sehr viel heller mit viel weiß, aber auch gleichzeitig sehr viel düsterer im Bereich, wo die Gerichteten von Dämonen in die Unterwelt gezogen werden.

Papst Paul III, der Michelangelo dazu nötigte, das Gemälde anzufertigen, ließ ihm jedoch viel Spielraum, da er darauf vertraute, dass der Künstler ein Meisterwerk schaffen würde. Während Kardinal Carafa Michelangelo heftig wegen der nackten Figuren Angriff, sagte der Papst nichts dazu. Was vielen auch nicht passte, war, dass Michelangelo sich nicht nur durch die Bibel an sich inspirieren ließ, sondern auch Figuren aus der griechischen Mythologie mit einflocht. So findet sich der düstere Fährmann Charon, der die Verdammten in die Unterwelt fährt und Minos wird als einer der Richter in der Unterwelt gezeigt.

Auch wenn die Figuren aus der Mythologie bleiben konnten, so wurde doch die Nacktheit der Figuren später von einem Schüler des Michelangelos, Daniele da Volterra, übergemalt. Restaurierungen Ende des letzten Jahrhunderts haben jedoch das Gemälde in seiner Originalität, wie es Michelangelo selber gemalt hatte, wieder hervorgebracht.